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Umgestaltung Mehringplatz

Geschichte und Gebietsbeschreibung

Die Baugeschichte der Südlichen Friedrichstadt, in der das Plangebiet liegt, reicht bis ins 18.te Jahrhundert. Der kreisrunde Mehringplatz, ursprünglich ein Exerzier- und Marktplatz, wurde im 19.ten Jahrhundert zu einem der zentralen Stadtplätze des rasant wachsenden Berlins. Zwischen 1815 und 1946 trug der Mehringplatz in Erinnerung an den Sieg über Napoleon den Namen „Belle-Alliance-Platz“. Das Wahrzeichen der „Friedensengel“ wurde 1843 auf dem Platz errichtet.

Ab dem 19. Jahrhundert entwickelt sich die südliche Friedrichstadt zu einem innerstädtischen Wohn- und Arbeitsort im Zentrum Berlins. Der II. Weltkrieg und die Folgen der deutschen Teilung stellen auch städtebaulich eine Zäsur dar. 1945 sind die südliche Friedrichstadt und auch der Mehringplatz fast vollständig zerstört. Der Platz wird 1946 / 1947 nach dem Publizisten, marxistischen Historiker und Politiker Franz-Mehring umbenannt.

Mit dem Mauerbau 1961 fällt das Quartier in eine randständige Stadtlage. Der Wiederaufbau orientiert sich an der Leitidee der gegliederten und aufgelockerten Stadt und überformt weitgehend den historischen Stadtgrundriss. Die Friedrichstraße, vor dem Krieg eine der wichtigen Geschäftsstraßen Berlins, wird durch die Überbauung am Mehringplatz zur Sackgasse. Die Straßenzüge Lindenstraße und Wilhelmstraße werden aufgrund verkehrsplanerischer Konzepte verlegt und vom Mehringplatz abgekoppelt. Zwischen 1967 und 1975 werden nach Entwürfen des Architekten Hans Scharoun ca. 1.550 Wohnungen rund um den Mehringplatz und auf den angrenzenden Arealen an der Lindenstraße, Friedrichstraße und Wilhelmstraße errichtet. Der Wohnungsbau der 1960er/70er Jahre prägt das Stadtbild um den Mehringplatz. Gründerzeitlicher Altbaubestand ist aufgrund der starken Kriegszerstörung im 2. Weltkrieg im Plangebiet nicht vorhanden. Heute ist der Mehringplatz mit seiner Rondellbebauung als Ensemble denkmalgeschützt.

Die Mehrzahl der Wohnungen der inneren und äußeren Ringbebauung sind Sozialbauwohnungen und befinden sich überwiegend im Besitz der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewobag.

Die Bewohnerschaft ist international zusammengesetzt. Der Anteil von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsen an der Gesamtbewohnerschaft, aber auch der Anteil älterer Menschen ist im Bezirksvergleich überproportional hoch. Die vorhandene hohe Armutsquote betrifft in besonderem Maße Menschen mit Migrationshintergrund und Kinder und Jugendliche.